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16.07.2011: Die Feuerwehr der Bundeswehr, eine etwas Andere...



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15.02.2011: Hinweis für Mitglieder



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Verband der Bundeswehrfeuerwehren e.V.
Fach- und Berufsverband, Mitglied im Deutschen Feuerwehrverband
und der "Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V.
Nachlese: Das Online-Archiv der Verbandsarbeit
21.11.2012:
Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! (Teil I)
Man muss weder in Kreenheinstetten geboren sein, noch einem Augustinerbarfüßerkloster beitreten, um klare Worte zu finden. Dennoch ist Johann Ullrich Megerle, dem der Ausspruch zugeordnet wurde, beispielgebend für eben die Fähigkeit, volksnah und bildhaft zu sprechen.

Klare Worte sind auch in unseren Reihen bitter notwendig! Das dokumentieren zum einen die berechtigt geäußerten Forderungen nach Informationen zum Unterstellungswechsel. Zum anderen berichten Kollegen über Stimmungen und Meinungen auf ihren Wachen, welche durch eine große Skepsis gekennzeichnet sind. Aus der Erfahrung heraus können Kollegen beurteilen, was bisherige Strukturmaßnahmen erbracht haben. Aus meiner Sicht geht das auch völlig in Ordnung! Ein Kollege darf auch unzufrieden sein mit seiner Arbeitssituation. Von mir aus darf er auch gern einen Schuldigen dafür suchen und benennen. Befremdlich wird es für mich erst, wenn derselbe Kollege seine Mitarbeit verweigert, sollte jemand daran gehen, diesen doch so unerträglichen Zustand ändern zu wollen.

Ein Beispiel:

Seit jeher ist es Aufgabe von Feuerwehrleuten sich selbst und ihr Feuerwehrgerät einsatzbereit zu halten. Ebenso ist es Ihre Aufgabe, den Einsatz dieser Ressourcen zu planen und zu koordinieren. Den Militärs geht es nicht anders, die nennen das Materialbewirtschaftung und Materialerhalt. Bisher haben die Soldaten mit Ihrer S4-Leiste einige Feuerwehraufgaben für uns miterledigt. Diese Unterstützungsleistung fällt weg, da wir künftig dem Org-Bereich IUD unterstehen, der wie seine Bezeichnung schon zeigt, keine Einsatzverbände sondern Dienstleister und Unterstützer beheimatet. Logische Konsequenz ist eine Materialbewirtschaftung in Eigenregie.

Um zusätzliche – JA - zusätzliche Aufgaben bearbeiten zu können bedarf es der Schulung von Kollegen aller Wachen im bundeswehreigenen Verwaltungssystem SASPF. Wenn ich jetzt von Kollegen höre, die sich diesen Lehrgängen verweigern, mit der Begründung, das seien „feuerwehrfremde“ Tätigkeiten, so liegt hier wohl ein Missverständnis vor. Wir Feuerwehrleute bewirtschaften Feuerwehrpersonal und Feuerwehrmaterial und das zeitgemäß am Computer. Was bitte ist hier Feuerwehrfremd ?

Im Übrigen können gegen die landläufige Meinung einem Bundesbeamten durchaus Aufgaben zugemutet werden, die nicht in seiner Dienstpostenbeschreibung stehen aber zum allgemeinen Beschäftigungsumfeld gehören. Wie eben die Materialbewirtschaftung. Auch kommunale Feuerwehren funktionieren nur, weil die Kollegen neben ihrer Grundbefähigung Nebenaufgaben und Spezialisierungen erfahren.

Mit Recht werden von Kollegen Missstände im Brandschutz der Bundeswehr angemahnt, welche zum Teil seit Jahren bestehen. Die Gründe dafür zu diskutieren, würde ggf. Genugtuung verschaffen, jedoch keine Zustandsänderung herbeiführen. So sind ein Teil der Kollegen resigniert, ein anderer hat Erwartungshaltungen an die neuen Kommandobehörden, deren Erfüllung von vorn herein zum Scheitern verurteilt ist.
Strukturelle und fachliche Änderungen werden Zeit in Anspruch nehmen. Spürbare Veränderungen, die jeden Einzelnen von uns vollumfänglich zufriedenstellen werden, wird es nicht geben. (Beispiel dafür ist die zweifelsohne fortschrittliche Beschaffung von Einsatzbekleidung, welche durchaus auch hätte umfangreicher, hochwertiger, mehrlagiger, zweckentsprechender, … ausfallen hätte können)

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass! (Teil II: Die Fakten)...im Mitgliederbereich.

Quelle: Sören Börner

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